Ohne Weichspül-Wörter schreibst du besser

Ohne schreibst du besser

Papier ist geduldig. Die Leser sind es nicht.

Von Roland Gugganig

Weichspül-Wörter sind Wörter, die keiner vermisst, wenn sie nicht dastehen. Sie erzeugen keine Spannung, wecken kein Interesse und erhellen nicht den Sinn. Es sind Flickwörter, Füllwörter, stumme Statisten. Nur eines erreichst du, wenn du deine Texte mit solchen Entbehrlichkeiten ausstopfst: Die Leser merken, dass jemand redet, der nichts zu sagen hat.

Mein Rat: Formuliere schlank und weiche deine Botschaft nicht auf. Wenn du Weichspül-Wörter entdeckst, entferne sie rückstandslos. Nutze beim Überarbeiten deiner Texte die folgende Nono-Liste als Spickzettel. Hänge sie dir über den Schreibtisch:

allenthalben
an und für sich
augenscheinlich
beileibe
bekanntlich
des öfteren
dessen ungeachtet
durchwegs
eigentlich
einigermaßen
erheblich
ersatzlos
freilich
gänzlich
gemeinhin
geradezu
gewissermaßen
gleichwohl
größtenteils
hinlänglich
infolgedessen
insbesondere
keineswegs
maßgeblich
mehr oder weniger
meines Erachtens

meinetwegen
meistenteils
mithin
mitunter
möglicherweise
nämlich
nichtsdestoweniger
ohne Umschweife
offenkundig
ohnedies
quasi
reiflich
relativ
richtiggehend
rundheraus
samt und sonders
sattsam
schlichtweg
schlussendlich
schon
schwerlich
sehr
selbstredend
sicherlich
sowieso
sozusagen

tatsächlich
überdies
übrigens
umständehalber
ungemein
ungleich
unlängst
unmaßgeblich
unsagbar
unstreitig
unzweifelhaft
vielleicht
vollends
weitgehend
wiederum
wirklich
wohlgemerkt
wohlweislich
ziemlich
zudem
zugegeben
zumeist
zusehends
zuweilen
zweifelsohne
zweifelsfrei

Zur Hölle mit dem

Fehlerteufel

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Die obige Liste ist übrigens freilich keineswegs schon vollständig. Auf gut Gruseldeutsch muss zum Beispiel jedes dritte Wort auf „mäßig“ enden: urlaubsmäßig, schulmäßig, schwerpunktmäßig, preismäßig, werbemäßig, außerfahrplanmäßig… Etwas Mäßigung wäre zweckmäßig. Setze deine Sätze auf Diät, sonst schaffen sie es nicht vom Fleck.

Sind alle Wörter aus der Weichspül-Liste kategorisch zu verachten? Nicht immer. Schreibst du über Einstein, kommst du ohne relativ nicht aus. Ist vielleicht der Kern deiner Aussage, ist vielleicht das passende Wort. Aber wenn du ein Wort ersatzlos streichen kannst und sich dadurch der Sinn deiner Botschaft nicht verändert: Dann lasse es weg.

Mache dir beim Schnellschreiben nicht zu viele Gedanken über die Weichspül-Wörter. Es ist nicht schlimm, wenn ein wenig Blabla sich in deinen ersten Entwurf einschleicht. Du musst es nur später aufspüren und ihm den Garaus machen.

Du kennst weitere Verlegenheits-Füllsel, die in diese Liste passen? Das glaube ich gern. Schreib mir eine Nachricht, ich freue mich!

Roland Gugganig: Dein Texter, Lektor, Skriptdoktor und Schreibcoach

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